Tribal Pass (PC)

Bevor es Fahrräder, Busse und Flugzeuge gab, da musste man halt zu Fuß gehen. Und um’s zu Fuß gehen geht auch in Tribal Pass. Genauer gesagt um das Schicksal eines Stammes, der vor einer finsteren Prophezeiung ihres Schamanen in die Berge flüchten muss. Es gibt keine Zeit zu verlieren! Eure Aufgabe ist, den ununterbrochen rennenden Stamm sicher an ihren Zielort zu bringen. Dabei ist der lauernde Hunger nur euer geringstes Problem. Wir haben den einzigartigen Runner für euch getestet und sagen euch, was ihr erwarten könnt.

Obacht vor dem Himmelsfeuer!

Eines Tages sagt euch euer Stammschamane, dass etwas Fürchterliches bevorsteht. Die Flüsse werden austrocknen und es wird Feuer vom Himmel regnen, heißt es. Eine Überlebenschance habt ihr nur, wenn ihr dem Inferno rechtzeitig entkommen könnt. Dazu geht es ab in die hohen Berge, und der ganze Stamm geht mit. Anders als ihr es vielleicht von einer riesigen Wanderung erwartet ist das ein ganz schön hektisches Unterfangen. Vor allem, weil Schamane samt Stamm konstant rennen und erst halt machen, wenn sie vor Hunger umkippen oder in den zahlreichen Gefahren entlang des Weges verenden. Ihr müsst schnell sein und eure Gruppe stets organisieren, damit ihr die zufällig generierten Level auch tatsächlich übersteht. Einfach wird es jedenfalls nicht.

Befehle im Sekundentakt

Bei Tribal Pass handelt es sich um einen sogenannten Runner. Das heißt, dass die Hauptcharaktere sich im Spiel durchgehend schnell bewegen und der Spieler den entgegenkommenden Hindernissen blitzschnell ausweichen muss. Meistens müsst ihr dazu nur hüpfen oder zu irgendeiner Seite ausweichen. Bei Tribal Pass ist die ganze Sache etwas komplizierter. Während ihr nämlich rennt, könnt ihr die Gruppe mit Mausklicks in gleichmäßigen Gruppen über den Bildschirm verteilen. Die Level sind so aufgebaut, dass ihr manche Hindernisse nur in bestimmten Gruppengrößen passieren könnt und wenn ihr nicht schnell genug umschaltet, segnet eine ganze Reihe eurer Stammesmitglieder das Zeitliche.
Dazu kommt aber noch, dass ihr mit den Tasten von 1-5 eurem Stamm Befehle geben müsst. Die Hauptidee ist, dass euer Stamm nur überleben kann, wenn er auf der langen Reise genug zu essen hat. Umso größer eure Gruppe ist, desto stärker steigt der Nahrungsverbrauch an. Ist keine Nahrung mehr da, dann hungern euch die Stammesmitglieder weg. Das wollt ihr natürlich nicht, denn wenn wir schon den Stamm retten, dann sollen ja auch so viele wie möglich ankommen. Und hier wird’s etwas kompliziert. Um einen Nahrungsvorrat aufzubauen, müsst ihr natürlich erstmal Nahrung sammeln. Auf Taste 1 ist euer Stamm friedlich und unbewaffnet, kann Beeren sammeln und Mitglieder fremder Stämme aufsammeln, aber keine Tiere jagen. Taste 2 rüstet euren Stamm mit Speeren aus. So könnt ihr wertvolle Tiere jagen und eine Menge Nahrung sammeln, geratet aber auch in Kämpfe mit anderen Stämmen und zermatscht Beerensträuche. Mit Taste 3 tragt ihr eine Fackel, die euch im Dunkeln schützt, aber nicht angreifen lässt. Mit Taste 5 macht ihr, bei genügend Nahrung, euren Stamm größer. Mit Taste 4 stellt ihr das Überleben des Stammes über das des Einzelnen und opfert eine Handvoll eurer Leute für ein kurzzeitiges Barbeque und einen Nahrungsboost.

Nichts für Anfänger

Das richtige Einsetzen der Zahlentasten klingt erstmal nicht sonderlich schwierig, macht das Spielgeschehen im Runnerstress aber unheimlich komplex und ganz schön schwierig. Mal abgesehen davon, dass das Einschätzen der aufgeteilten Gruppengrößen schwierig werden kann, ist das zusätzliche Verwalten eurer Nahrung, Gruppengröße und Befehle, die euch schnell den Sieg kosten können, beinahe schon zuviel des Guten. Grade zu Anfang, in einem sehr schnellen und knappen Tutorial, gleicht das Erlernen der Spielmechaniken beinahe einer Feuerprobe. Die ersten Versuche werden trotz einsetzbarer Hilfsartefakte vermutlich in die Hose gehen und können schnell frustrieren.
Abseits der Stammesrennerei gibt es nicht viel zu sagen. Der einzige Spielmodus von Tribal Pass besteht aus einer Reihe zufällig generierter Lauflevels, die oft unterschiedliche Eigenschaften haben und demnach unterschiedlich schwer sind. Zwischen den Levels habt ihr die Option, euren Pfad zu wählen und zu entscheiden, ob ihr etwas Nahrung opfern wollt, um auf den Tagesanbruch zu warten, oder die gefährliche Nacht zu durchrennen. Innerhalb der Levels können euch verschiedene Strapazen begegnen, von wilden Tieren bis zu Flüssen, Dinosauriern usw. Durch die Scrollweise von oben nach unten bekommt man diese Hindernisse aber oft viel zu spät mit, abwechselungsreich und eindrucksvoll sind sie trotzdem. Damit bleibt Tribal Pass gameplaytechnisch aber in einem eigenartigen Zwischenraum. In dem einzigartigen Konzept mischt man Casualelemente mit schweren Leveldesigns und Hardcorespielmechaniken, für wirkliches Suchtpotenzial alá Flappybird und Co. ist das Spiel aber viel zu komplex. Dazu kommt, dass mit der schnell durchspielbaren (aber wiederspielbaren) Kampagne nicht viel Inhalt geboten wird. Und mit 5 Euro ist Tribal Pass für das Genre auch noch ganz schön teuer.

Pixel aus der Steinzeit

Ähnlich wie viele andere Indiespiele (z.B. CRAWL) setzt Tribal Pass auf einen recht groben Pixelstil. Das Geschehen auf dem Bildschirm ist dadurch recht übersichtlich, an manchen Stellen kommt der Stil sogar richtig zur Geltung. Wirklich von der Menge abheben kann sich Tribal Pass mit den Pixelchen aber trotzdem nicht. Dafür ist die Musik gut gelungen und hat, passend zum Setting, stammesähnliche Anklänge. Das kommt mit dem schnellen Gameplay toll zusammen.

Fazit

Tribal Pass hat ein tolles Konzept und interessante Ideen… Die Umsetzung bleibt aber etwas hinter den Erwartungen zurück.

Tribal Pass (PC)

4,99
Tribal Pass (PC)
6.3333333333333

Setting

8/10

    Gameplay

    5/10

      Grafik und Sound

      7/10

        Pros

        • Schickes Design
        • Frischer Wind für das Runnergenre
        • Schwierigkeit werden manche zu schätzen wissen

        Cons

        • Keine Controllerunterstützung
        • Wenig Inhalt
        • Relativ teuer
        • Kein Runnertypischer "Suchtfaktor"

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