U96 – Reboot

Irgendwie scheint es so, als würde der Eurodance der 90er ein kleines Revival erleben. An allen Ecken kommen plötzlich die Stars von damals nochmal hervor, veröffentlichen Best of Alben oder tatsächlich ganz neues Material. Ein Star von damals, den man nur schwer vergessen kann – immerhin hat er mit „Das Boot“ Musikgeschichte geschrieben – ist U96.

Alex Christensen, der unter anderem hinter diesem Projekt steckt, war natürlich nie verschwunden: Er ist einer der deutschen Musikproduzenten (und Komponisten), die nur ab und an in den Vordergrund treten, dafür aber die Nummer 1 Hits nicht mehr an einer Hand abzählen können.

Es kann nur wieder besser werden, oder?

Nun ist er aber mittlerweile von Bord dieses Schiffes gegangen (Was für ein Wortspiel!), während die Begründer Hayo Lewerentz und Ingo Hauss back to the roots gegangen sind: „Reboot“ heißt das gute Stück. Ein Album mit 17 Songs und acht weiteren Tracks auf einer Bonus-CD. Auch wenn der Name der Scheibe vermuten lassen könnte, dass es sich hier um alte Songs in neuem Gewand handelt, so handelt es sich tatsächlich doch um das fünfte Studioalbum des Musikprojekts.

Während „Heaven“ im Jahr 1996 noch das gebracht hat, was Fans sich erhofft hatten, hat der Nachfolger „Out of Wilhelmsburg“ 2007 doch übel enttäuscht – von U96 war kaum noch etwas zu hören. Da ist es fast schon ein Risiko, das Ganze tatsächlich 11 Jahre später noch einmal zu versuchen. Aber immerhin ein kalkulierbares Risiko, denn viel schlimmer könnte es eigentlich nicht mehr kommen.

Die Zeiten von U96 sind wohl wirklich vorbei

Es kommt wirklich nicht schlimmer. Aber an die alten Zeiten kann auch „U96 Reboot“ nicht herankommen. Einige der Songs – allen voran „Angels“ mit Terri B! – beweisen, dass man die 90er durchaus in neuem Gewand vermarkten könnte, andere hingegen sind zu krampfhaft an die heutige Zeit angepasst worden und verlieren sich dabei in Belanglosigkeiten und unspektakulärem Einheitsbrei.

Hie und da wissen Songs zu gefallen, zum Beispiel „Quo Vadis“ mit Joachim Witt oder „Zukunftsmusik“ von der Bonus CD, aber der Rest? Der klingt tatsächlich als hätte man nicht wahrhaben wollen, dass die 90er vorbei sind. U96 ohne Alex Christensen ist eben einfach nicht mehr das, was es mal war.

U96 - Reboot

U96 - Reboot
6.6

Titelauswahl

6.4 /10

Abwechslung

6.7 /10

Pros

  • Einige gute Nummer sind durchaus dabei

Cons

  • Leider viel Einheitsbrei, der veraltet klingt
  • Nicht mehr das, was U96 mal war

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