Verheimlicht, vertuscht, vergessen – Was 2017 nicht in der Zeitung stand

Es ist schon eine kleine Tradition geworden. Seit mehr als einem Jahrzehnt veröffentlicht Gerhard Wisnewski Anfang des Jahres sein Buch „Verheimlicht, vertuscht, vergessen“. Seit letztem Jahr erscheinen diese Werke im Kopp Verlag – und immer wieder erregen sie Aufsehen.

Alle Jahre wieder…

Es scheint so, als würde es kein Mittelding geben: Entweder man ist vollauf begeistert von der Lektüre oder aber man hält sie für völligen Schwachsinn. Wir versuchen erneut, uns ganz neutral an das Thema heranzuwagen und haben aufmerksam gelesen.

Was dabei wieder einmal auffällt (denn schon bei der Ausgabe aus dem letzten Jahr waren wir hin und her gerissen): Der Autor bringt viele Themen zur Sprache, die die Menschen bewegen und die vor allem für Aufreger und unterschiedliche Meinungen sorgen. Es fehlt aber erneut an echten Fakten, die die „Lügenpresse“ enttarnen können. Im Grunde liest sich das Buch also wie ein Blogbeitrag von jemanden, der seine eigene Meinung kundtun möchte.

Das ist generell nichts schlechtes und es schadet nie, sich auch die Meinungen anderer anzuhören bzw. sie in diesem Fall zu lesen. An manchen Stellen stimmt man mit dem Autor überein, an anderen hat man das Gefühl, einen Verschwörungstheoretiker bei der Arbeit zuzusehen. Problematisch ist nur, dass das Buch so aufgemacht ist, als würde wirklich alles darin beschriebene der Wahrheit entsprechen – nur lassen eben die Fakten mal wieder auf sich warten.

Hoher Unterhaltungsfaktor, Informationsgehalt eher gering

Der Autor stellt sich allerdings sehr schlau an – das muss man ihm durchaus lassen, denn er will sich ja sicherlich nicht vorwerfen lassen, falsche Behauptungen aufzustellen oder Lügen zu verbreiten… So stellt er eben nicht direkt Thesen und Behauptungen auf, sondern er fragt. Er sagt nicht, dass etwas so ist – denn dazu fehlen ihm schlichtweg die Beweise – sondern er fragt, ob es nicht eventuell so und so gewesen sein könnte. Außerdem greift er gerne mal zu Aussagen wie „meines Wissens nach“ und zieht sich dabei schön aus der Affäre.

Doch wer sich nicht um den Finger wickeln lassen möchte und handfeste Belege möchte, der wird auch dieses Jahr nicht fündig. Aber eins ist geblieben: der Unterhaltungsfaktor. Denn bei so manch Ideen muss man nicht nur schmunzeln, sondern sogar laut auflachen.

Verheimlicht, vertuscht, vergessen – Was 2017 nicht in der Zeitung stand

Verheimlicht, vertuscht, vergessen – Was 2017 nicht in der Zeitung stand
5.8

Unterhaltungswert

7.5 /10

Fachwissen

4.0 /10

Pros

  • Teilweise interessante Denkanstöße
  • Unterhaltsam für alle, die sich für Verschwörungstheorien interessieren

Cons

  • Viele weit hergeholte Thesen, die teilweise schon lächerlich sind
  • Fehlende Fakten und Belege

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