Vindictive Drive (PC, Preview)

Hack the Planet! Wem Lust auf technischen Spielereien und smarten Gadgets hat, der sollte sich mal das RPG Vindictive Drive anschauen. Der Indietitel befindet sich zur Zeit noch in Entwicklung, ist aber jetzt schon anspielbar und zeigt bereits, was man von dem Projekt erwarten kann. Und das ist nicht wenig. Hier unser Test:

Setting

Arris Fern, unsere Protagonistin, ist das typische untypische Teenagermädchen. Sie mag die Aussenwelt nicht, sie mag keine Menschenmengen und behandelt so ziemlich jeden um sie herum herablassend. Das kommt nicht von ungefähr, denn seit ihrer Kindheit hat sie wirklich kein leichtes Leben geführt. Von den Misshandlungen in ihrer Vergangenheit gezeichnet, sinnt sie nun auf Rache. Da ist es ganz praktisch, dass sie sich nicht nur mit der Waffe zu Wehr setzen kann, sondern auch im Umgang mit Gadgets und technischen Geräten sehr geschickt ist. Es ist Payback-Zeit!


Gameplay

Vindictive Drive wurde im RPG Maker entwickelt, und, wie bei so vielen anderen Spielen seiner Art, merkt man das ziemlich deutlich. Für diejenigen, die den Maker nicht kennen, es handelt sich dabei um ein Programm, mit dem man sich ohne allzugroßen Aufwand eigene Rollenspiele bauen kann. Das ist für Anfänger sehr praktisch, denn viele der Mechaniken stehen bereits, sogar eigene Grafiken werden mitgeliefert. So dauert es nicht lange, bis man ohne große Vorkenntnisse ein relativ hochwertiges, rundenbasiertes RPG im Stil von Final Fantasy und Co aufgebaut hat.
Das Problem mit diesem vorgegebenen Schema ist, dass Abweichungen von dem RPG Maker-Stil, zum Beispiel actionorienterte Echtzeitkämpfe, garnicht so einfach sind.
Hier kommen wir zu Vindictive Drive, denn an genau solchen Abweichungen versucht sich der Titel. Statt Magie und Spezialfähigkeiten werden einem hier Feuergefechte und Umgebungsrätsel geboten. Aber alles der Reihe nach. Ihr beginnt das Spiel mit einem kurzen Einführungsvideo und einigen Monologen eurer Protagonistin, Arris Fern. Die Teenagerin mit Bobschnitt macht euch gleich zu Anfang klar, dass sie fremden Leuten nicht direkt vertraut und euch (dem Spieler) unter Umständen nicht alles erzählt oder anlügt. Danach geht sie unter starkem Protest in die böse, böse Aussenwelt und begnet den Mitgliedern der Cyberaktivistenterrorgruppe „The Dome“, die sich mit den wundern der Technik gegen die böse, böse Regierung stellen. Die Aktivisten kann Arris aber auch nicht leiden. Eigentlich mag Arris garnichts. Darum ist unsere Protagonistin, zusammen mit der überdramatisierten und etwas klischeehaften Story mein größtes Problem. Man spürt förmlich, wie jede ihrer Dialoglinen Arris zu einer dramatischen Figur aufbaut, die „so ganz anders ist als alle anderen“. Diesen Bogen überspannt man aber gleich zu Beginn so stark, dass Madame Fern einfach nur mies gelaunt und unfreudlich durch die Gegend stapft, ohne auch nur einen Hauch von Sympathie aufzubauen.
Also liest man sich wiederwillig durch Arris „coole“ Dialoge, trifft ein paar weitere Leute und erhält die erste Mission, in der es darum geht, ein Alarmsystem in einer Bank ausfindig zu machen und zu stehlen. Mit dazu gibt es neue Ausrüstung, eine ganze Bandbreite an Drohnen und Gadgets, weist diese euren Schnelltasten hinzu und schnell nimmt das Spiel merklich an Fahrt auf. Ab jetzt begegnen euch eine Reihe an Mechaniken, die man von „RPG Maker-Spielen“ nicht erwarten würde. Actiongeladene Kämpfe, Stehlen von Gegenständen und das Ausfindigmachen von versteckten Gerätschaften und Alarmen sind nur ein paar Beispiele. Ab da beginnt Vindictive Drive auch, richtig Spaß zu machen. Zwar machen sich die technischen Einschränkungen des Spiels etwas in der steifen Steuerung bemerkbar, diese bremsen den Spielspaß nach einer kurzen Eingewöhnungsphase aber nicht aus. Man kann auf jeden Fall gespannt bleiben, wie sich das im Verlauf des Spiels weiterentwickeln wird.

Grafik und Sound

Vindictive Drive ist deutlich düsterer als die meisten Projekte und behandelt erwachsene Themen wie Selbstmord, Mord und ähnlichem. Die düsteren Umgebungen und Charaktere treffen dann auf einen gewissen technischen Vibe, zum Beispiel beim Interface, die aber sehr gut zusammen passen. Weniger gelungen sind da die Charakterdesigns und Zwischensequenzen, die teilweise recht grob gezeichnet sind und noch recht Amateurhaft wirken.
Auch die Musik weckt gemischte Gefühle und wechselt von monotonen Technobeats auf atmosphärische Strings und zurück. Letzten Endes muss beim Stil jeder Selbst entscheiden, ob ihm das gefällt.

Fazit

Story und Präsentation sind nicht die Stärken dieses Rollenspiels, wohl aber die interessanten Mechaniken und das spaßige Gameplay.

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