Was bin ich? Wie bin ich? Wozu bin ich?

Um andere lieben zu können, muss man sich zunächst selbst lieben können. Und das bedeutet auch, dass man sich wohl selbst richtig kennen muss und aus gewissen Sinnkrisen nicht nur einfach wieder herausfinden, sondern gestärkt hinausgehen sollte. Doch manchmal weiß man aus eigner Kraft eben so gar nicht richtig, wer man eigentlich ist und man braucht etwas, dass einen die Augen öffnet.

Eine hilfreiche Lektüre in diese Richtung, die so manch einen Aha-Effekt bietet, ist das Buch „Was bin ich? Wie bin ich? Wozu bin ich?“ von Dr. Hermann Rühle. Der Diplom-Psychologe aus Augsburg  hat sich zwar in der Vergangenheit häufig die Themen Zeitmanagement und kreative Entfaltung als Schwerpunkt gesetzt, doch kennt er sich natürlich auch mit den essentiellen Fragen nach dem eigenen Sein als Grundlage für weitere Entwicklungen der Persönlichkeit sehr gut aus.

Hilfe bei einer essentiellen Frage

In diesem gut gegliederten Ratgeber verhilft er dem Leser also nun dabei zu erkennen, wer man selbst wirklich ist. Die literarische Reise geht durch neun Kapitel, die jeweils nochmal unterteilt sind und sich dadurch sehr gut lesen lassen. Außerdem gibt es Fragen, Zeichnungen und Platz für eigene Notizen – denn nur so beschäftigt man sich wirklich eingängig und intensiv mit dem Thema: indem man über sich selbst nachdenkt und nicht nur Informationen aufsaugt.

Am Anfang steht die Frage „Machen auch Sie sich manchmal zum Affen?“, wobei es unter anderem um Eitelkeit und Narzissmus geht. Im späteren Verlauf wird das Identitätsfundament näher beleuchtet: Ist man ein Einzelgänger, schließt man schnell Kontakte, kann man sich auf andere verlassen? Und am Ende steht dann die Frage, ob man nun tatsächlich seine eigene Identität gefunden hat und kennt oder aber ob das Leben nicht eine ständige Suche danach ist.

Fakt ist, dass jeder Mensch sich im Laufe seines Lebens verändert, Krisen und Hochzeiten durchlebt und so manches mal an sich selbst zweifelt. Und auch wenn man sich selbst niemals richtig ganz kennen kann, so kann man doch der eigenen Persönlichkeit näherkommen, als man dachte – und sich dann auch leichter und besser akzeptieren und lieben.

Kurzum: Das Buch öffnet dem Leser in vielen Punkten die Augen, hilft ihm bei der Selbstfindung und eine gute Bereicherung zur Stärkung der Persönlichkeit. Allerdings wird es ab der Mitte immer schwieriger zu lesen und zieht sich ein wenig wie Kaugummi – daher ein paar Abzüge in der B-Note.

Was bin ich? Wie bin ich? Wozu bin ich?

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Was bin ich? Wie bin ich? Wozu bin ich?
7.9

Informationsgehalt

8.6 /10

Schreibstil

7.1 /10

Pros

  • Umfangreicher Ratgeber, der die Augen öffnet
  • Mit einigen Aha-Effekten
  • Gut leserlicher Schreibstil

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